29 März 2014 - 19:30
Ägypten: Fast 500 Tote seit Entmachtung Mursis

Seit der Absetzung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi Mitte 2013 sind nach offiziellen Angaben fast 500 Menschen bei Bombenanschlägen und terroristischen Angriffen getötet worden.

187 Soldaten, 252 Polizisten und 57 Zivilisten seien ums Leben gekommen, teilte das Außenministerium am Samstag in Kairo mit. Mursi war am 3. Juli vergangenen Jahres vom Militär abgesetzt worden. Dies löste Massenproteste der Muslimbrüder aus, aus deren Reihen Mursi stammte. Das Militär ließ die Proteste blutig unterdrücken. Vor allem auf der Halbinsel Sinai, aber auch in Kairo gab es zudem Anschläge radikaler Organisationen, die nichts mit den Muslimbrüdern zu tun haben. Bewaffnete Personen griffen Polizeiwachen und Soldaten an. Die mittlerweile von der Regierung als Terrororganisation eingestuften Muslimbrüder bestreiten, an irgendwelchen Terroranschlägen beteiligt zu sein. Unterdessen verurteilte ein Gericht in Alexandria gestern zwei Anhänger von Mursi wegen Mordes zum Tode. Die Urteile seien noch nicht rechtskräftig, berichtete die Tageszeitung „Al-Ahram“ (Onlineausgabe) . Die Verurteilung erfolgte fünf Tage nachdem ein Gericht im oberägyptischen Minia 529 Mursi-Anhänger wegen der Tötung eines Polizeioffiziers zum Tode verurteilt hatte. Der Richterspruch am Ende eines zweitägigen Prozesses ohne Beweisaufnahme und Anhörung der Verteidigung war weltweit kritisiert worden.